Da ich nun schon eine gute Woche in Dzrebo bin, und hier eigentlich nicht viel los ist, kann ich behaupten, schon in eine gewisse Alltagsstimmung gekommen zu sein. Ich habe mich auch schon an die örtlichen Verkehrsmittel gewöhnt, und komme so eigentlich ganz selbständig zurecht.
Im Ort fahren viele Busse; anhalten kann man sie durch simples Winken oder, bei hohem Verkehrsaufkommen, mit einer kleinen Handfeuerwaffe. Eine Fahrt kostet 40 molwanische $; Fahrkarten kann man an Kiosken oder direkt bei den Fahrern kaufen. Man sollte nicht vergessen, mit dem im Bus befindlichen Automaten eine Fahrkarte pro Sektor zu entwerten sowie eine zusätzliche für jede Zone. Übriggebliebene Fahrkarten können danach mit einem Gerät wieder gültig gemacht werden, allerdings nicht mit dem zum Entwerten verwendeten.
Dies tönt nun einwenig kompliziert, aber wenn man mal das Prinzip begriffen hat, dann ist es ganz einfach. Ich fahre am häufigsten vom Sektor 1, wo ich wohne - in der Nähe des Königsschlosses - in den Sektor 2, wo der Grosse Platz, das Rathaus und die Römischen Ruinen sind, aber davon ein andermal.
Wer ein herzhaftes Mahl zu erschwinglichen Preisen sucht, sollte erwägen, einen Tisch im Horgastz Vengelko zu buchen, einem schlichten Café im Parterre eines Gebäudes an der belebten Sv. Izcata. Zu den appetitlichen Hauptgerichten gehören geröstete Gans mit Schattenmorellen, Wildschweinlende und Steak nach molwanischer Art (d.h. komplett durchgebraten). Vegetarier oder auf koschere Speisen Angewiesene sollten vecbek versuchen, eine Schweinefleisch-Crêpe, in der die Fleischstücke durch eine dicke Käsesauce geschickt verborgen sind.


Der Marktplatz ist von vielen Cafés gesäumt, eigentlich entsteht dadurch eine gemütliche Atmosphäre, die nur durch die verschiedenen Autos gestört wird, die zwischen den Tischen geparkt werden. In ganz Molwanîen gibt es keinen Unterschied zwischen Strasse und Trottoir, die Autos sind überall willkommen und beanspruchen so auch kommentarlos den ihnen angebotenen Platz.
Nach einem anstrengenden Tag voller Sehenswürdigkeiten möchten sich viele Touristen entspannen, zum Beispiel mit einem Kaffee und einem Stück muczecl-Käse in einem der vielen Freiluft-Cafés. Eine kleine Warnung: Die hiesigen Tauben sind nicht nur gefrässig, sondern gehören einer der seltenen Arten an, die über Zähne verfügen. Man sollte diese von Erregern wimmelnden Aasfresser auf gar keinen Fall füttern, sondern sie, wenn nötig, mit einer zusammengerollten Speisekarte oder einem Schirm verscheuchen. Das ist auch ein guter Tip für den Umgang mit den zahlreichen Musikanten und bettelnden Zigeunern auf dem Platz.




